Chronik der DLRG Gruppe Freudenberg e.V.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) besteht schon seit dem Jahr 1913 und zählt somit zu den traditionellen Vereinigungen in Deutschland. Überall wo Bademöglichkeiten waren oder entstanden, ist das Zeichen des spähenden Adlers zu finden.

So wundert es nicht, dass auch in Freudenberg durch die Schaffung eines Badesees die DLRG präsent wurde. Der Badesee entstand durch den Sand- und Kiesabbau oberhalb der Staustufe. Nach Abbau dieses Materials wurde mit viel Weitsicht das Gelände im Jahre 1965 rekultiviert. Nach und nach entstanden am See Umkleidekabinen, Duschen, Toiletten und Grünanlagen. Von Beginn an herrschte reger Badebetrieb, jedoch zunächst noch ohne Rettungswache.

Auf Betreiben des damaligen Bürgermeister Valentin Kern wurde 1965 die DLRG in Freudenberg aktiv. Dies geschah zunächst ohne formelle Gruppengründung. Viele Freudenberger, vor allem Jugendliche, traten spontan der DLRG bei und wurden als Stützpunkt Freudenberg der Gruppe Wertheim zugeordnet. So waren am Jahresende 1965 schon 34 Mitglieder in Freudenberg gemeldet. In der Gruppenkasse hatten sich 342,10 DM (174,91 Euro) durch Spenden und Beitragsanteile angesammelt.
1966 waren so viele Personen beigetreten, dass man sich am 7.Juni im Rathaus Freudenberg zur Gründung der Gruppe Freudenberg treffen konnte. Bezirksleiter Willi Belz und der Technische Leiter der Gruppe Wertheim, Pfarrer Karl Schwind, unterzeichneten mit 19 anwesenden Kameradinnen und Kameraden die Gründungsurkunde. Als erster Gruppenleiter wurde Wolfgang Kiessling gewählt.

Im gleichen Jahr noch konnte die neu gegründete Gruppe dank einer Spendenaktion bei den heimischen Geschäften und Firmen die ersten Materialien, wie Schlauchboot, Schwimmflossen, Rettungsleine und -ball für die Wachsaison 1967 anschaffen.

Auch die Ausbildung von Rettungsschwimmern wurde intensiv betrieben. Damals fuhr man mit dem eigenen PKW ins Hallenbad Wertheim. Dort erwarben bis 1969
35 Mitglieder den Grund- bzw. Leistungsschein. Dies entsprach in etwa dem heutigen Rettungsschwimmschein Bronze und Silber.

Im August 1969 wurde Josef Neubauer als Nachfolger von Wolfgang Kiessling zum neuen Gruppenleiter gewählt.

Bedingt durch steigende Teilnehmerzahlen beim Schwimmtraining fuhr ab September 1969 während der Herbst- und Wintermonate jeden Montag ein Bus im Auftrag der DLRG ins Hallenbad nach Külsheim. Dort wurden die Ausbildungsaktivitäten zusehends ausgeweitet. So legten im März 1970 Uwe Pistorius und Wolfgang Müssig die Taucherprüfung mit Erfolg ab; die erforderliche Taucherausrüstung wurde noch im gleichen Jahr angeschafft. Den ersten Lehrschein in der Gruppe erwirbt Uwe Pistorius im Mai desselben Jahres.

Ebenfalls 1970, am 25./26. Februar, hatte die DLRG ihren ersten großen Einsatz. Mit dem Schlauchboot wurden auf der überfluteten Hauptstraße die Leute von und zu ihren Häusern gebracht. Vom Ortseingang Richtung Miltenberg bis zur Pfarrgasse wurde ein regelrechter Fährbetrieb durchgeführt. Im Sommer 1970 erstellten Mitglieder in vielen freiwilligen Arbeitsstunden am Badesee einen Wachturm mit Anlegesteg und Fahnenmast, um die Überwachung effektiver zu machen.

Durch eine groß angelegte Tauchübung am Main unterhalb der alten Stadtmauer trat die DLRG weiter ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. In Zusammenarbeit mit den DLRG-Gruppen aus Tauberbischofsheim, Wertheim, Walldürn und Höpfingen, dem Roten Kreuz Freudenberg und der Bundeswehr Külsheim wurde eindrucksvoll das Können der jungen Gruppe demonstriert.
So ging es stetig voran mit dem Aufbau der Gruppe. Die Mitgliederzahl wuchs kontinuierlich Jahr für Jahr. So waren 1971, 5 Jahre nach der Gründung, bereits 221 Mitglieder zu verzeichnen.

Eine rege Jugendarbeit vom Beginn an führte zu einer großen Anzahl junger Mitglieder. Diese trafen sich im April 1971 im Gasthaus Ritter und wählten aus ihren Reihen Wolfgang Müssig zum ersten Jugendvorstand. Die intensive Arbeit dieser Zeit spiegelt sich auch darin, daß im Februar 1972 die DLRG Freudenberg mit 5 Jugendmannschaften an einem Schwimmwettkampf in Külsheim teilnahmen und dabei einen 1. und drei 2. Plätze belegen konnten.
1975 übernahm Fred Hartmann das Amt des Gruppenleiters von Josef Neubauer, der als Technischer Leiter weiterhin in der Vorstandschaft verblieb.
Seit der Gründung befand sich schon viel Material und Gerätschaft im Besitz der Gruppe. Dieses Gerät wurde bei einzelnen Mitgliedern gelagert. Deshalb war nur zu verständlich, daß die Vorstandschaft intensiv auf der Suche nach einem Vereinsraum war. Zwar wähnte man sich schon einige Male am Ziel der Wünsche, doch zerschlug sich immer wieder aus verschiedenen Gründen die Realisierung. Es sollte noch bis 1978 dauern, bis eigene Räume zur Verfügung standen. Als 1976 das Gebäude am Badesee erweitert wurde, bekam man von der Stadt die Zusage für eigene Räume. In vielen Arbeitsstunden wurden durch die Mitglieder ein Aufenthalts- und Materialraum sowie eine Garage ausgebaut und eingerichtet. Mit einem "Tag der offenen Tür" wurden am 8. Juli 1978 die neuen Räume der Öffentlichkeit vorgestellt. Vier Jahre später konnte ein weiterer Materialraum für das Material der Badeseewache direkt neben dem Eingang zum Badesee errichtet werden.

Ein großes Jahr in der noch jungen Vereinsgeschichte war 1976. Anfang Juli wurde ein großes Fest zum 10-jährigen Bestehen gefeiert. Im Rahmen dieses Festes konnte auch das erste Einsatzfahrzeug der Gruppe in Dienst gestellt werden. Dieses Fahrzeug ermöglichte endlich, die Aufgaben des Einsatztrupps effektiver durchzuführen. Aber auch für das jährlich durchgeführte Jugendzeltlager und sonstige Aufgaben leistete es wertvolle Hilfe. Einen Monat später fand im Badesee das erste Volksschwimmen statt und im September richtete die Gruppe die Bezirkstagung in der Turnhalle aus. Nach 10 aktiven und erfolgreichen Jahren hatte die Gruppe bereits 360 Mitglieder.

Man besaß nun durch die große Anzahl aktiver Mitglieder eine breite Basis, um Vereinsarbeit auf vielen Ebenen zu leisten. So waren die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, Taucherschulung, Schwimmwettkämpfe auf sportlicher Ebene und Wanderungen, Ausflüge, Schlauchbootfahrten, Radtouren, Gruppenstunden auf gesellschaftlicher Seite feste Einrichtungen geworden, die zusätzlich zu der ursprünglichen Hauptaufgabe - Wachdienst am Badesee - geleistet wurden.

Im Juni 1981 feierte man am Badesee das 15-jährige Bestehen der DLRG-Gruppe Freudenberg mit einem Fest. Dabei fand zum ersten Mal der sportliche, spaßige Wettbewerb „Sport und Spaß“ statt. Es galt dabei auf dem Wasser und auf dem Land einen Hindernisparcours zu bewältigen. Fortan fand diese Veranstaltung jährlich an verschiedenen Örtlichkeiten statt.

Zum 20 jährigen Bestehen 1986 konnte der im gleichen Jahr gewählte Vorstand Anton Zöller das zweite Einsatzfahrzeug in Dienst stellen, da das erste Fahrzeug durch die häufige Nutzung schon ziemlich verbraucht war.
1987 fuhr im Rahmen der Festlichkeiten zu „ 700 Jahre Stadtrechte für Freudenberg“ das letzte große Floß den Main hinunter. Dabei übernahmen wir die Bewirtung auf dem Floß. Ebenfalls fand in diesem Rahmen unser erstes Fackelschwimmen im Main statt.

Simone Becker nahm 1989 an den Bundesmeisterschaften für Rettungsschwimmen teil. Unsere Mitgliederzahl war inzwischen auf 648 gestiegen.

Am 05. November 1989 beschlossen Mitglieder auf der dafür einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung im DLRG-Heim eine eigene Satzung. Fortan sind wir ein eingetragener Verein mit dem Namen „DLRG Gruppe Freudenberg e.V.“.

1991 konnte die DLRG-Gruppe Freudenberg. Ihr 25-jähriges Bestehen in einem großen Festzelt an der Mainstraße feiern. Im Rahmen dieses viertägigen Festes wurde die erste, eigene Fahne geweiht. Sie war und ist sicherlich zu den schönsten Fahnen der Freudenberger Ortsvereine zu zählen. Dank einiger großzügiger Spenden, dem Erlös des Festes, sowie des Erlöses aus der zu dem Fest herausgegebenen Festschrift konnte diese Fahne gut finanziert werden.

Beim Ehrenabend anlässlich des 25-jährigen Bestehens der „DLRG Gruppe Freudenberg“ in der Turnhalle wurde Josef Neubauer zum ersten Ehrenmitglied der Gruppe ernannt.

1993 trat Anton Zöller aus persönlichen Gründen als Vorstand zurück und der zweite Vorstand Fred Hartmann übernahm dieses Amt bis 1995.
Von Anfang an nahmen wir seit dem heißen Sommer 1994 an den „Freudenberger Ferienspielen“ aktiv teil. Seitdem wird meist mit den Kindern mit den Schlauchbooten auf dem Main gefahren.

Vom 26. Januar bis 04. Februar 1995 überschwemmte, nach langen Jahren Pause, wieder ein großes Hochwasser die gesamte Altstadt von Freudenberg.  In über 900 Einsatzstunden leisteten wir den betroffenen Bewohnern Hilfe rund um die Uhr.

Bei den Wahlen der Vorstandschaft im Frühjahr 1995 wurde Bodo Kapp zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Im Jahr 1995, im Rahmen unseres Wettbewerbs „Sport und Spaß“, kamen am Freitagabend über 2000 Besucher zu unserer „Beach-Party“ in das Badeseegelände.

Durch ein wolkenbruchartiges Gewitter wurde 1995 unser „Sport und Spaß“-Wettbewerb vorzeitig beendet, und fand für viele Jahre nicht mehr statt.

Das 25. gemeinsame Jugendzeltlager, d.h. Mädchen und Buben zusammen, fand 1995 in Klosterreichenbach im Schwarzwald statt.

Nach dem katastrophalen Hochwasser von 1995 bekamen wir während des Frühjahrsmarkts 1996 von der Stadt Freudenberg ein speziell für Hochwasser entwickeltes Boot - mit Rollen unter dem Boden - übereignet. Stadtpfarrer Hans Bender segnete hier dieses für uns so wichtige Boot. Wir, die DLRG, waren mit einer Materialausstellung und einem Informationsstand auf diesem Markt präsent.

Unser Einsatzbus wurde 1997 aufwändig renoviert und erhielt eine komplette Neulackierung und satzungsgemäße Beschriftung.
Erstmals fand Anfang Mai 1997 der gemeinsame „Tag der Hilfsorganisationen“ mit dem „DRK-Freudenberg“, der „DLRG Gruppe Freudenberg“, sowie den Feuerwehren aus Freudenberg und Kirschfurt, statt.

Mit Fahrten der Altenheim-Bewohner betätigen wir uns seit 1997 auch im sozialen Bereich.

Auf der Mitgliederversammlung 1998 wurde Fred Hartmann zum 2. Ehrenmitglied der „DLRG Gruppe Freudenberg“ ernannt.

Seit dem ersten „Seefest“ der Stadt Freudenberg im Jahr 1998 beteiligten wir uns mit Verkaufsständen bei den beiden auf der Liegewiese im Badeseegelände stattfindenden „Open-Air“-Veranstaltungen. Das Seefest findet seitdem im zweijährigen Rhythmus statt, und ist eine wichtige finanzielle Einnahmequelle für unseren Verein.

Bei dem schnell herankommenden Hochwasser an Allerheiligen 1998 leisteten wir wieder den betroffenen Einwohnern Hilfe.

Mit einer großen Adventsfeier für „Jung und Alt“ in der Turnhalle ging das Jahr 1998 zu Ende.

Unsere Mitwirkung beim im April 2000 stattfindenden „Nibelungenzug“ erforderte es, dass wir uns einen selbstfinanzierten Außenbordmotor für unser Hochwasserboot anschafften. Beim Nibelungenzug nahmen wir aktiv als Schauspieler (Schwimmer) teil. Ebenfalls übernahmen wir den Sicherungsdienst im und auf dem Main, sowie an den beiden Ufern.

Josef Neubauer wurde an seinem 75. Geburtstag, am 07. Juni 2000, zum „Ehrenvorsitzenden der DLRG Gruppe Freudenberg e.V.“ ernannt.

Mit 710 Mitgliedern hatte die „DLRG Gruppe Freudenberg e.V.“ zum Jahresende 2000 den bisher höchsten Mitgliederstand erreicht.

Bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2001 wurde Norbert Oppelt zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Im Frühjahr 2001 renovierten wir unser DLRG-Heim. Es wurde eine neue Holzdecke angebracht und eine neue Küchenzeile eingebaut. Auch eine neue Schrankwand wurde aufgestellt.

Unsere DLRG-Jugend säuberte und renovierte im Oktober 2001, gemeinsam mit der KJG, im Rahmen der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ das „Seebrünnle“ hinter der Burgruine Freudenberg.

Das 25. Vergleichsschwimmen mit der Wasserwacht Miltenberg fand im April 2002 im Hallenbad Miltenberg statt.

Beim wiederum sehr schnell hereinbrechenden Hochwasser Anfang Januar 2003 wurde wieder die gesamte Altstadt überflutet. Mit unserem Hochwasserboot leisteten wir Fährdienst auf der Hauptstraße und in über 700 Einsatzstunden wurde der Bevölkerung geholfen.

Von Januar bis Juni 2003 rissen wir im Badeseegebäude unsere bisherige kleine Garage ab und bauten eine große Garage mit zwei Rolltoren ein. Dabei wurden über 1500 ehrenamtliche Arbeitstunden von zahlreichen DLRG-Mitgliedern geleistet.

Beim jährlich stattfindenden Fußball-Vereinsturnier des „Sportclubs Freudenberg wurde unsere Fußballmannschaft zum ersten Mal Vereinsmeister.

Auf der Mitgliederversammlung 2004 wurde Peter Haamann zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Bei der zweiten Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ säuberte unsere DLRG-Jugend, gemeinsam mit der KJG und der Jungfeuerwehr das „Schleusewäldchen“ und legten dort einen Lehrpfad an.

Mit 685 Mitgliedern waren wir im Jahr 2004 der zweitstärkste Verein in Freudenberg.

Mit einer Besichtigungsfahrt des ersten Bauabschnitts des Hochwasserschutzes mit unserem Hochwassermotorboot  verabschiedeten wir im April 2005 unseren Landrat und DLRG-Freund Georg Denzer in den wohlverdienten Ruhestand.

Im Juni 2006 feierten wir in der Turnhalle mit einem festlichen Ehrenabend „40 Jahre DLRG Gruppe Freudenberg e.V.“. Während dieser Veranstaltung wurde unser drittes Einsatzfahrzeug offiziell vom „Landesverband Baden“ und dem „Bezirk Frankenland“ an uns übergeben.

Auch in diesem Jahr beteiligten wir uns wieder in gewohnter Weise am Seefest im Freizeitgelände.

Nach 12-jähriger Pause ließen wir im Sommer 2007 wieder unseren sportlich-spaßigen Wettbewerb „Sport und Spaß“ auf dem Badeseegelände aufleben.
Im September 2008 chauffierten wir zu Beginn der Einweihung des Hochwasserschutzes unseren Ministerpräsidenten Günther Oettinger mit unserem Hochwasser-Motorboot auf dem Main entlang der fertiggestellten Baumaßnahme.

„Sport und Spaß“ lockte im Juni 2009 wieder viele DLRG-Mannschaften und Freudenberger-Gruppen zum Badesee, um die Kräfte in unserem Wettbewerb zu messen. Zahlreiche Besucher saßen bereits am Freitagabend ums Lagerfeuer und auch am Samstag sahen sich viele Zuschauer das Kräftemessen an. Bei der Siegerehrung am Abend war die Stimmung riesengroß.

Im Oktober fand dann in der „Lindtalschule“ in Freudenberg ein dreitägiger „Mega-Event“-Lehrgang der „DLRG-Bezirks-Jugend“ statt  Den Teilnehmern wurden in Workshops verschiedene Themen und Aktivitäten angeboten.

Fortsetzung folgt...

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